UNESCO-L’Oréal „For Women in Science“ Deutschland – Förderpreis für Nachwuchswissenschaftlerinnen
Wenn du in der Medizin wissenschaftlich arbeitest und eine Forschungskarriere anstrebst, könnte das deutsche UNESCO-L’Oréal-Programm „For Women in Science“ für dich interessant sein. Es handelt sich dabei allerdings nicht um ein klassisches Studienstipendium für Medizinstudierende, sondern um einen hoch dotierten Förderpreis für frühe wissenschaftliche Karrierestufen. Das Programm ist vor allem dann relevant für deine Zielgruppe, wenn du im letzten Jahr deiner Promotion stehst oder bereits als Postdoktorandin, Habilitandin oder Juniorprofessorin in der medizinischen Forschung tätig bist. Medizin zählt ausdrücklich zu den berücksichtigten Fachgebieten.
Die Eckdaten des Stipendiums:
• Art der Förderung: Förderpreis (Award)
• Förderbetrag: 25.000 € pro Preisträgerin
• Zahl der Förderpreise: vier pro Jahr in Deutschland
• Förderzweck: flexible finanzielle Unterstützung, beispielsweise für Forschungsaufenthalte, sonst nicht finanzierbare Forschung, Geräte, Kinderbetreuung oder Haushaltshilfe.
• Auszahlungsmodus: einmalige Auszahlung auf das persönliche Konto
• Förderort: Die Forschungstätigkeit muss in Deutschland stattfinden, befristete Auslandsaufenthalte sind jedoch möglich.
• Bewerbungsfrist: k. A.
Zugangsvoraussetzungen
• Du musst Wissenschaftlerin in einem MINT-/naturwissenschaftlichen Fach sein, wozu auch Medizin zählt.
• Aktuell können sich in Deutschland Doktorandinnen im letzten Jahr der Promotion, Postdoktorandinnen, Habilitandinnen und Juniorprofessorinnen bewerben.
• Das Programm richtet sich an Nachwuchswissenschaftlerinnen; bei bereits Promovierten gilt dies grundsätzlich für die Zeit bis vier plus zwei Jahre nach der ersten Promotion, wobei sich die Frist pro Kind um zwei weitere Jahre verlängern kann.
• Dein Lebensunterhalt muss durch einen Arbeitsvertrag oder ein Stipendium im Umfang von mindestens 50 % einer Vollzeitstelle abgesichert sein.
• Der Vertrag bzw. die Finanzierung muss ab Bewerbung noch für mindestens 12 Monate bestehen. • Bei einer kürzeren Restlaufzeit ist ein schriftlicher Verlängerungsnachweis möglich.
• Wenn du dich im letzten Promotionsjahr befindest, bist du nur dann förderfähig, wenn dir bereits eine Finanzierung oder Anstellung für die Postdoc-Phase zugesagt wurde.
• Die Forschung muss an einer deutschen Hochschule, Fachhochschule oder außeruniversitären Forschungseinrichtung stattfinden.
• Bewerberinnen aus Laboren gewinnorientierter Unternehmen sind ausgeschlossen.
• Die Staatsangehörigkeit spielt keine Rolle. Nicht-EU-Bewerberinnen müssen einen gültigen Aufenthaltstitel für Deutschland nachweisen.
• Bewerberinnen dürfen in der Vergangenheit keine Förderung aus einem anderen „For Women in Science“-Programmbestandteil erhalten haben.
Bewerbungsunterlagen
• Online-Bewerbung über die Plattform forwomeninscience.com.
• Ein Research Summary von 300 Wörtern.
• Darstellung des methodischen und inhaltlichen Forschungsansatzes auf 4–5 Seiten.
• Ein Lebenslauf mit maximal vier Seiten, der die fünf wichtigsten Publikationen enthält.
• Kurzes Verwendungskonzept für das Preisgeld.
Verpflichtungen während der Förderung
• Mit der Bewerbung musst du ein kurzes Verwendungskonzept für das Preisgeld einreichen.
• Wenn deine Forschung Labor- oder Infrastrukturzugang erfordert, benötigst du eine Bestätigung des Host-Instituts, das dir diese Infrastruktur zusichert.
• Die Preisträgerinnen sind verpflichtet, an der Preisverleihung teilzunehmen und Foto- bzw. Videoaufnahmen für die Öffentlichkeitsarbeit zuzulassen.
• Wenn in den zwölf Monaten nach der Preisverleihung bis zu zwei Veranstaltungen stattfinden, besteht ebenfalls eine Teilnahmepflicht.
Verpflichtungen nach der Förderung
• keine
Besonderheiten
• Das Programm ist kein allgemeines Stipendium für Medizinstudierende, sondern ein Förderpreis für Nachwuchswissenschaftlerinnen in der Forschung.
• Für Medizinstudierende ist das Angebot deshalb vor allem dann relevant, wenn sie eine experimentelle bzw. wissenschaftliche medizinische Laufbahn anstreben.
• Bei gleicher wissenschaftlicher Exzellenz werden Wissenschaftlerinnen mit Kindern bevorzugt, sodass im Durchschnitt mindestens die Hälfte der Auszeichnungen an Wissenschaftlerinnen mit Kindern geht.
• Das Preisgeld ist frei verwendbar im Rahmen des eingereichten Konzepts und darf auch für Kinderbetreuung oder Haushaltshilfe genutzt werden.
• Das Programm wird in Deutschland von der Deutschen UNESCO-Kommission, L’Oréal Deutschland und dem Deutschen Humboldt-Netzwerk getragen.